In Eurer Nachbarschaft verhungern drei Kinder!
Das waren eine Woche vor Weihnachten die Worte unseres deutschsprachigen Nachbarn Imre.
Nach einigen klarstellenden Fragen ergab sich dann eine schlimme Familien-situation, die sich innerhalb von 14 Tagen tatsächlich in einem alten Haus nur 200 m von uns entfernt zugetragen hat. Der Hausherr, Vater von mindestens einem Kind im Haushalt, hat seine Frau mit ihren insgesamt drei Kindern, alle unter 6 Jahren, schlicht und einfach mit den vorhandenen Schulden sitzen lassen und ist abgehauen. Die vierköpfige Familie muss jetzt mit umgerechnet 200 € im Monat auskommen bei Temperaturen von minus 10 ° und es ist kein Brennholz im Hause.
Aber auch die Ernährungssituation der übrigen Kinder im Dorf ist äußerst dürftig. Wir erfahren, bei einer anderen Familie wurden im Herbst die beiden kleinen Zwillinge und jetzt ein Neugeborenes in ein Kinderheim eingewiesen wegen dramatischer Unterernährung. Auch beim Weihnachtssingen in der Schule war deutlich zu sehen: die Kinder aus Mucsi sind die Kleinsten in jeder Klasse. Wo da wohl eine der Ursachen liegt? Na ja, immerhin bei den Erwerbslosen im Regierungsbezirk hat unser Dorf seit langer Zeit den Spitzenplatz inne.
Ab drei Jahren kommen die Kinder hier in den Kindergarten. Dort gibt es wenigstens Montag-Freitag eine warme Mahlzeit für jedes Kind. Auch in der Schule ist dies so.
Doch was ist mit den Kindern, die noch nicht in den Kindergarten gehen und zuhause sind? Wenn doch jedes Kind wenigstens 0,25 l Milch am Tag hätte!
Doch sagte ich, das ist möglich! Denn seit Sommer kommt zweimal in der Woche ein Milchauto ins Dorf – frisch vom Bauern ! – und bringt offene Milch. Über Weihnachten wurden dann die verschiedenen Varianten diskutiert und die Lösung gefunden:
Für jedes Kind bis zum Alter von drei Jahren kann sich die Mutter monatlich Gutscheine beim Bürgermeisteramt abholen. Dafür gibt es zweimal in der Woche für jedes Kind einen Liter Frischmilch!
Die Kosten (1 l Milch ist zurzeit für ca. 0,54 € zu bekommen) übernimmt Dank einer großen Einzelspende bis auf weiteres der Verein. So ist zumindest bis zum Sommer die Ernährungslage etwas verbessert. Ebenso ist die Gewähr gegeben, dass die Frischmilchversorgung im Dorf erhalten bleibt, denn der Milchmann ist Kleinstunternehmer und kommt nur, solange er genügend im Dorf verkaufen kann.
Um die Aktion verlängern zu können, benötigen wir für ein weiteres Vierteljahr 300 €. Bitte helfen Sie uns zu helfen.
Bernhard Schilling in Mucsi am 08.01.2011
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