Dies ist ein aktueller Erlebnisbericht unserer weltwärts-Freiwilligen Juliane Rautenbach. Sie studiert Medizin an der Universität Jena und ist derzeit für ein Jahr in unserem Präventionsmedizinprojekt tätig.
Seit Mai diesen Jahres widmet sich das Medizinprojekt einem neuen Schwerpunkt: der Sexualaufklärung und Prävention von Geschlechtskrankheiten in den Gemeinden rund um unsere Partnerstadt San Marcos. In den Gemeinden ist die Zahl der Schwangerschaften unter Jugendlichen (zwischen 13 und 16 Jahren) derzeit steigend. Viele der jungen Frauen müssen ihre Schulausbildung deshalb meist abbrechen und sind mit dem Kind auf sich allein gestellt, weil viele Väter sich der Verantwortung entziehen. Aber vor allem die Bedeutung eines guten Schulabschlusses und einer Ausbildung sind zentral für eine Familiengründung. Mit der Aufklärungsarbeit möchten wir Hemmungen abbauen, über das Thema Sexualität zu sprechen und sich damit zu beschäftigen um den Jugendlichen ein Verständnis für das Thema vermitteln zu können sowie eine notwendige Sensibilität zu entwickeln.
Dafür sind wir derzeit bei der Gründung von Jugendclubs in den Gemeinden, um dort Jugendliche in Themen zur Sexualaufklärung zu schulen, die sie dann ihrerseits an Jugendliche in der Gemeinde weitervermitteln können. Bei der Suche nach interessierten Freiwilligen für diese Clubs stoßen wir auf gute Resonanz unter den Jugendlichen, es wurden bereits zwei Clubs in der Trockenzone in Dulce Nombre und San Pedro gegründet und dort wurde mit ersten Aufklärungsveranstaltungen begonnen. In nächster Zeit werden Treffen zur Planung weiterer Clubs stattfinden. Längerfristig ist außerdem die Gründung von Elternclubs vorgesehen, für junge Eltern, die Hilfe benötigen, und um diese für das Thema Sexualaufklärung ihrer Kinder zu sensibilisieren. Diese Elternclubs sollen ebenfalls nach dem Multiplikatorenprinzip funktionieren. Derzeit arbeiten ein Krankenpfleger, eine Krankenschwester und ich an der Realisation der Gründung der Clubs und dieser Fortbildungen. Die Fortbildungen zur Sexualaufklärung werden derzeit außerdem auch in Schulen gehalten, um möglichst viele junge Menschen zu erreichen. Die Zusammenarbeit mit den Schulen und Lehrern funktioniert gut, letztere reagieren sehr offen auf die Weiterbildungen. Die Schüler ihrerseits sind sehr neugierig zu diesem Thema, reagieren anfangs sehr zurückhaltend auf Fragen wie “Was ist Sexualität?”, aber stellen oft auch im Laufe der Schulung fragen. Die jungen Leute beschäftigt das Thema und wir möchten ihnen ihre Unsicherheit nehmen, darüber zu sprechen.
Zusätzlich arbeitet das Projekt weiterhin an der Unterstützung der Casa Bases in den Gemeinden und in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium an Fortbildungen zum Thema Zahnpflege, an Antiparasitenkampagnien, an der Dengueaufklärung, Impfkampagnien u.v.m.