Die Region Iringa zählt mit Verbreitungsraten von bis zu 20% zu den am schwersten von Aids betroffenen Gebieten in Tansania. Im District Kilolo, in dem sich das AOHM befindet, sind 50% aller getesteten Männer und Frauen HIV-positiv. Die Leidtragenden sind natürlich besonders die Kinder, die nach dem Tod der Eltern dem Verlust von emotionaler und materieller Sicherheit sowie dem Bruch in der Weitergabe von lebenspraktischem Wissen begegnen müssen – und das meist ganz auf sich allein gestellt in einem von Armut, Gewalt und Prostitution geprägten Umfeld. Angesichts ihrer problematischen Lebensumstände brauchen sie dringend Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung. Sie sollen Zugang zu elementaren Grundrechten bekommen – und damit eine Perspektive im Leben!
Im AOHM finden heute 39 zum Teil schwer traumatisierte Waisen ein liebevolles Zuhause, in dem sie psychologisch und sozial-pädagogisch betreut werden, die für eine gesunde Entwicklung notwendige Versorgung sowie eine umfassende Schul- und Weiterbildung erhalten. Es wird seit 2007 nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe aufgebaut. Zentrales Ziel ist daher, das Dorf in die Lage zu versetzen, sich selbst mit Nahrungsmitteln, Strom und Wasser zu versorgen und damit unabhängig zu sein. So gibt es schon verschiedene Felder, Gemüsegärten, Hühner und Kühe, eine Biogasanlage oder Solarstromversorgung. Das nächste wichtige Ziel ist die selbständige Trinkwasserversorgung, denn der 30 Meter tiefe Brunnen des Dorfes ist leider versiegt. Jetzt muss bis zur nächsten Wasserschicht 112 Meter in die Tiefe gebohrt werden.
Die Kinder werden gemäß ihrer individuellen Fähigkeiten und Interessen in die Arbeiten im Dorf einbezogen und in verschiedenen Aus- und Weiterbildungsprogrammen gemäß ihrer Talente gefördert. Sie werden grundsätzlich bis zur vollständigen Eingliederung ins Erwachsenenleben begleitet. Nach dem Kindergarten schließen sie die Primary School ab und haben im Anschluss die Möglichkeit, eine Secondary School zu besuchen oder eine handwerkliche Ausbildung zu machen. Einige der Kinder besuchen mittlerweile auch die Universität.
Um soziales Handeln nachhaltig zu vermitteln, werden Familien- und Clanstrukturen nachgebildet: Kleingruppen von etwa zwölf Kindern unterschiedlichen Alters bilden unter der Leitung einer Mama eine Familie. Sie bewohnen ein eigenes Haus im Dorf, das sie selbstständig unter Mitarbeit aller bewirtschaften. Auch werden lokale Bräuche und Umgangsformen gepflegt, damit die Kinder nicht den Bezug zu ihrer sozialen Herkunft verlieren. Wenn möglich, haben die Kinder auch Kontakt zu verbliebenen Familienmitgliedern.
Geleitet wird das Dorf mit 25 Mitarbeitern von Ingo Lenz, einem gelernten Fernsehjournalisten aus Berlin. Unterstützt wird er von vielen freiwilligen Helfern vor Ort und in Deutschland.
Besucher sind natürlich jederzeit herzlich willkommen! Wir haben auch ein Gästehaus, in dem sie übernachten können.
Weitere Informationen unter www.mbigili.de.
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