Steffi S. (Project Manager), written about 3 years ago
Kurze Info von der Projektbetreuungsreise
Meine Kollegin Susanne Schmitz ist zu Zeit in Togo und besucht ein Malaria-Präventionsprojekt. Hier ein paar Zeilen von ihr:
Seit Samstagabend bin ich in Togo, wo ich hauptsächlich eines unserer großen Malaria-Präventionsprojekte besuche. In der Hauptstadt Lomé am Atlantik ist es in diesen Tagen ungewöhnlich schwül und drückend. Der Himmel ist permanent bedeckt, die Sonne kaum zu sehen.
Meine beiden ersten Tage waren gefüllt mit Planungstreffen mit der Partnerorganisation 2AD Amitié et Action pour le Développement, Besuchen beim Gesundheitsministerium und bei einer großen internationalen NRO, um die komplexe Situation der Bekämpfung von Malaria und HIV/Aids in Togo besser zu verstehen. Nach einem ganztägigen Workshop mit den 4 Projektverantwortlichen zur Beobachtung von Ergebnissen, Veränderungen und der Zielerreichung bin ich am Mittwoch dann in zwei unserer 80 Projektdörfer gefahren.
Das Ziel dieses von medeor finanzierten Projektes von 2AD ist die Malaria- und Aids-Aufklärung und -Prävention in 80 Dörfern. Aufklärungsveranstaltungen und Diskussionsrunden, Videovorführungen sowie die Verteilung von subventionierten Moskitonetzen sind Hauptbestandteil des Projekts. Die Dorfbewohner_innen werden über die entscheidenden Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Malaria-Infektionen informiert, darunter vor allem die Beseitigung von potenziellen Brutstätten der Anopheles-Mücke in Hausnähe und nächtlicher Schutz durch Moskitonetze sowie das sofortige Aufsuchen einer Gesundheitsstation bei den ersten Anzeichen einer Malaria-Infektion bei Erwachsenen und Kindern.
Entscheidend für den Projekterfolg ist, dass die Dorfgemeinschaft aktiv in alle Maßnahmen einbezogen wird: Aus jedem der 80 Dörfer wurden 3-5 Personen als MultiplikatorInnen in der Malaria- und Aids-Prävention fortgebildet und bilden nun das Malaria- und Aids-Komitee ihres Dorfes.
Mit den Komitees aus 2 Dörfern konnte ich heute sprechen. Sie berichteten mir von ihrer regelmäßigen Arbeit und ihren bisherigen Erfolgen:
Obwohl in beiden Dörfern Malaria noch die Hauptkrankheit ist, hat sich die Situation in den letzten 1-3 Jahren deutlich verbessert: während früher immer wieder Kinder an Malaria verstarben, ist dies in den letzten Jahren gar nicht mehr vorgekommen. Dies ist zum einen der wesentlich verbesserten Versorgung mit hochwertigen Antimalaria-Medikamenten zu verdanken, die hochsubventioniert durch den Staat zur Verfügung gestellt werden, seit neuestem sogar in den Dörfern ohne Gesundheitszentrum. Dort kostet eine Behandlung für ein Kind unter 5 Jahren nur noch 0,20 €. Zum anderen ist es der stetigen Präventionsarbeit insbesondere durch die Malaria-Komitees von 2AD zu verdanken - sowie dem Verkauf von vergünstigten Moskitonetzen durch action medeor (zu einem Preis von 0,80 €). Im besonderen Fokus stehen hierbei Mütter mit kleinen Kindern. Zwar geben auch die staatlichen Einrichtungen Netze zu diesem Preis aus, jedoch nur an Frauen in ihrer ersten Schwangerschaft. Dies reicht bei weitem nicht aus. Und auf dem Markt oder in der Apotheke kosten die Netzte stattliche 5 bis 7 Euro.
Die Komitees verteilen nicht nur die imprägnierten Moskitonetze, sie klären auch seit nunmehr 3 Jahren umfangreich darüber auf, warum es so wichtig ist, diese zu benutzen und wie. Sie besuchen immer wieder Familien zu Hause, zeigen, wie man das Netz aufhängen kann und wie man die Umgebung des Hauses sauber hält, um dort keine Brutstätten für Mücken in Hausnähe zu haben.
Die Komitees sind äußerst motiviert, auch in Zukunft mit ihrer stetigen erfolgreichen Arbeit fortzufahren, um noch mehr Familien zu erreichen.
Ich bin nun gespannt, am Wochenende mehr über den Kampf gegen Malaria in Benin zu erfahren, wo ich das Gesundheitszentrum von Gohomey besuchen werde.
Viele Grüße
Susanne Schmitz