Burkina Faso ist das 3. ärmste Land der Welt, 80% leben auf dem Land, nur 30% können Lesen und Schreiben. Ca. 70% aller Frauen sind beschnitten. FGM (Female Genital Mutilation) wird mit Tradition gerechtfertigt, verstößt aber gegen die Menschenrechte. FGM ist die Beseitigung weiblicher Genitalien. Viele sterben an den Folgen, erleiden psychische Traumata, werden unfruchtbar, inkontinent, leiden an Vernarbungen und haben ein schmerzhaftes Sexualleben. Gegen den Brauch muss sensibel gearbeitet werden. Gemeinsam mit dem Verein Reseau erstellte ich einen Film über Beschneidung: "Beschneidung -eine burkinische Sichtweise". Er eröffnet eine nachdrückliche Sichtweise auf lokale Begründungen. Nicht als Rechtfertigung, sondern um zu zeigen, weshalb der Brauch noch immer existiert. Der Film integriert verschiedene Mythen, Vorstellungen und Meinungen junger Mädchen, religiöser Führer, Zauberer, ehemaliger Beschneiderinnen, Soziologen etc. Ohne westliche Ideologien aufzuoktroyieren deckt er eine bisher unbemerkte Logik hinter FGM auf – um eine Diskussion innerhalb der Burkinischen Gesellschaft anzuregen. Der Film soll in Form von Ciné Débat (Diskussionskino) im Land umherreisen und die Menschen zu Diskussionen auffordern, damit ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden kann und sich dann das Handeln ändert.
Ciné Débat ist eine neue afrikanische Filmbewegung. Themen des täglichen Lebens werden behandelt, die öffentlich als tabu gelten. Ausstrahlungen erfolgen in fahrbaren Kinos, mit Bettlaken, Generatoren und Lautsprechern, die mit wenig Aufwand überall auf-und abgebaut werden. Ciné Débat gilt als interaktive Sensibilisierung, da die Zuschauer nach den Vorführungen stimuliert werden, Meinungen und Fragen gemeinsam zu besprechen. Mit Unterstützung anwesender Themen- Experten können spezifische Fragen geklärt werden. Damit der Film durch Burkina Faso reisen kann, benötigen wir Technikkoffer mit denen kleine Teams die entlegenden Dörfer erreichen können.
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