Ausführlicher Bericht von Thomas - und Fotos!
Liebe Unterstützer_innen, erstmal herzlichen Dank für erneute Unterstützung an Rainer! Und nun auch die angekündigten etwas detaillierteren Informationen zum Projekt. Am Donnerstag abend berichtete Thomas Hetze mit Bild und Wort über seine Tätigkeit in Bolivien und deren Einordnung in einen Gesamtzusammenhang. Oberziel eines größeren und längerfristigen Vorhabens, zu dem dieses Projekt eine Vorfeldarbeit leistete, ist der Aufbau einer Berufsschule für Bäuerinnen und Bauern, also Menschen einfacher Gesellschaftsschichten, die an ein wissenschaftliches Denken herangeführt werden sollen. Es sollen insbesondere Landtechnikberufe ausgebildet werden, um die anhaltende Landflucht einzudämmen und somit die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit des Landes zu erhalten. Für diese Berufsausbildung sollen entsprechende Curricula entwickelt werden. Dazu wurde Thomas in drei Bereichen tätig: in Kooperativen, am Instituto de Aprendisaje Industrial Oruro (Institut für Industrieausbildung Oruro) und - als wichtigster Schwerpunkt - an der neuen Universidad Indígena de Bolivia (UNIBOL) in Cochabamba, der Indigenen Universität Bolivien. Die Treffen mit den Kooperativen und mit Bauerngruppen bezogen sich hauptsächlich in der Beratung zur Gründung und Verwaltung von Kooperativen vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften in der DDR, was die bolivianischen Bauern und Bäuerinnen sehr interessiert, zumal es eine Organisationsform ist, die den indigenen Traditionen der Aymara und Quechua des Altiplano sehr verwandt ist. Von den Versammlungen mit den Kooperativen sind einige Bilder neu in der Galerie, auch von einer sehr wichtigen Feldfrucht des Hochlandes, der Quinua.
Da der Bericht von Thomas und die folgende Diskussion sehr ausführlich waren, werden wir in den kommenden Tagen immer mal einen kurzen Text und einige weitere Fotos einstellen. Übrigens, und auch das ist typisch für das heutige Bolivien, ist Walter Magne Veliz, der Botschafter Boliviens in Berlin, mit Thomas durch Bolivien gereist und war ein engagierter Sprachmittler und Kulturdolmetscher. Logisch, daß er auch zum Treffen des Arbeitskreises kam, auf dem Thomas seinen Bericht lieferte. Ich versuche mir immer, Botschafter anderer Staaten vorzustellen, die so etwas drauf hätten.... Will mir nicht gelingen.
Vorerst Euch/Ihnen allen herzliche Grüße zum Wochenende! Ach so, wir konnten Thomas bereits einen guten Teil seiner Auslagen erstatten - zunächst die Flüge. Die weiteren Auslagen müssen noch etwas warten, bis das Geld zusammengekommen und auf unserem Konto gelandet ist. Dies betrifft die drei angespendeten Bedarfe und die zuletzt eingestellten (die Inlandsflüge, die wir zwar bezahlt haben, aber noch nicht wirklich haben).