'Als meine Mutter starb...'
Liebe Interessierte und UnterstützerInnen,
wir hoffen, Sie hatten ein frohes Weihnachtsfest und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr. Zunächst möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die Go Ahead! im letzten Jahr bei der Umsetzung des Projekts unterstützt haben – Vielen Dank!
Diesmal möchten wir die Gelegenheit nutzen und Ihnen die Möglichkeit bieten, einen Einblick in das Leben der 15-jährigen Motshidisi zu erhaschen. Motshidisi hat 2005 ihren Vater und letztes Jahr ihre Mutter durch Aids verloren und wird inzwischen, unter anderem mit Ihrer Hilfe, von unserer Partnerorganisation Heartbeat unterstützt.
‚Als meine Mutter starb, ging für mich eine Welt unter. Meine ganze Familie lehnte mich seit diesem Zeitpunkt ab. Meine Verwandten wollten die Situation nutzen, um das Haus zu verkaufen, aber dafür mussten sie zuerst mit mir sprechen. Ich entschied mich jedoch gegen den Verkauf des Hauses. Meine Familie lehnte mich zwar ab, aber wenn sie mich auf der Straße sahen, waren sie überrascht, weil ich ein gepflegtes Kind bin, wie jedes andere Kind auch. Ich unterscheide mich nicht von anderen Kindern, weil ich plötzlich eine Waise bin. Nein, in Gottes Augen bin ich kein Waisenkind. Ich weiß, dass Gott mit mir ist, und ich liebe ihn sehr, weil er mir in dieser schweren Zeit den Weg zeigte. Ich gehe auch zur Kirche und bete, dass Gott mir hilft, eine bessere Zukunft zu leben. Das ist es, was ich mir wünsche, und ich bin sicher, dass ich es irgendwie schaffen werde.
Meine Mutter war freundlich, süß und keine Cholerikerin. Sie war immer bescheiden und sie wusste, wie man mit anderen Menschen umzugehen hat. Manchmal kamen Leute zu unserem Haus, um zu betteln, und obwohl wir selbst nicht viel hatten, gab meine Mutter ihnen immer etwas. Manchmal ist es schwer (alleine zu sein). Ich musste ständig weinen, weil niemand da war, der mich in dieser schweren Zeit hätte halten können. Ich saß dort (sie zeigt auf ihr Zimmer) und erinnerte mich an all die Dinge, die meine Mama tat. Aber jetzt kümmert sich niemand mehr um mich. Es gab jedoch eine wichtige Sache, die meine Mutter mir erzählte. Als sie starb, sagte sie: „Nimm dir ein Beispiel an mir, hunny, und konzentriere dich auf die Schule, denn Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg.“
Seit Ende Juni des letzten Jahres, nach dem Tod meiner Mutter, bin ich nun bei Heartbeat. Heartbeat half mir bei allem. Egal, was ich brauche, wann immer ich reden möchte und egal worüber, ich kann immer zu den MitarbeiterInnen von Heartbeat gehen, ihnen meine Sorgen oder Probleme anvertrauen und sie helfen mir, diese Probleme zu bewältigen. Ich habe entschieden, meine Lebensgeschichte nicht als Geheimnis in mir zu tragen, da ich Angst habe, dass es mich eines Tages auffrisst. Smilo, ein Mitarbeiter von Heartbeat, ist derjenige, der sich heute um mich kümmert. Egal, worum es geht, ich rede mit Smilo. Er ist meine neue Bezugsperson und inzwischen wie ein Vater für mich. Darüber hinaus versorgte mich Heartbeat während dieser Zeit mit Essen und hilft mir auch jetzt, wenn ich wieder in die Schule gehe. Ich brauche mir keine zusätzlichen Sorgen zu machen, wie und woher ich etwas zu essen bekomme, da ich weiß, dass es immer etwas Essen für mich im Haus gibt.
Ich möchte mir selbst gegenüber nicht zu negativ sein und versuche, immer optimistisch zu bleiben. Auch wenn ich die Zukunft nicht kenne, bin ich mir sicher, dass ich es schaffen und meinen Weg gehen werde.’