Der Einsatzfall - Wie wir helfen
Liebe Unterstützer,
vielen, vielen Dank für die zahlreichen Spenden für unsere Not- und Katastrophenhilfe! Was im Katastrophenfall hier bei uns in Bonn im Aktionsbüro vor sich geht, möchte ich euch heute mal schildern. Denn während eines Einsatzfalls sind nicht nur die Helfer im Einsatzgebiet besonders wichtig. Auch in Deutschland muss für schnelle und effektive Hilfe voller Einsatz gezeigt werden.
Die folgende Aufstellung zeigt, wie wir hier in Bonn im Einsatzfall arbeiten, um unserem Motto gerecht zu werden: Gemeinsam schneller helfen.
Voller Einsatz in Deutschland
1. Alarmierungsphase
Unser Büro ist an verschiedene Katastrophen-Frühwarnsysteme angeschlossen. Wenn entsprechende Meldungen eintreffen, wird mit den Bündnispartnern unverzüglich die Schwere der Katastrophe eingeschätzt.
2. Ausrufen des Einsatzfalls
Mehrere Faktoren spielen bei der Bewertung von Katastrophenereignissen eine Rolle: Sowohl die Schwere der Katastrophe als auch die Möglichkeiten der Betroffenen, sich selbst zu helfen müssen hierbei berücksichtigt werden. Außerdem muss für internationale Hilfsorganisationen ein Hilfegesuch der Regierung des betroffenen Landes vorliegen. Ohne dieses sind umgehende Hilfsmaßnahmen in dem Land deutlich erschwert.
3. Spendenaufruf
Wenn es sich um eine schwere Katastrophe handelt, wenden sich unsere 17 Mitgliedsorganisationen mit einem gemeinsamen Spendenaufruf an die Öffentlichkeit. Alle Bündnispartner rufen ab diesem Zeitpunkt nur noch mit dem Spendenkonto 10 20 30 bei der Bank für Sozialwirtschaft zu Spenden für die Opfer der Katastrophe auf.
4. Nothilfefonds
In großen Katastrophen zählt jede Minute. Um direkte Hilfsmaßnahmen durch die Bündnispartner zu ermöglichen, verfügt Aktion Deutschland Hilft über einen Nothilfefonds. Dank dieser Gelder können unsere Bündnispartner unmittelbar nach einer humanitären Katastrophe erste Maßnahmen der akuten Nothilfe einleiten – ohne sich um die Finanzierung zu sehr sorgen zu müssen.
5. Koordinierungsmaßnahmen
Die Spenden und die Mittel aus dem Nothilfefonds gehen an jene Bündnispartner, die in dem betroffenen Land aktiv sind. In die Koordination der Hilfsmaßnahmen werden die verschiedenen Schwerpunkte der Bündnispartner, die zur Verfügung stehenden Kapazitäten und die geographischen Besonderheiten der Einsatzregion mit einbezogen.
6. Öffentlichkeitsarbeit
Um bestmögliche Hilfe leisten zu können, kümmern wir uns im Bonner Aktionsbüro parallel um die Gewinnung weiterer Spenden. Je mehr die Öffentlichkeit über die Not der Menschen erfährt, desto größer ist die Unterstützung für die Opfer.
7. Nachbetrachtung / Evaluation
Ein wichtiger Schritt für die Sicherstellung von effektiven Hilfsleistungen ist die kritische Nachbetrachtung der geleisteten Arbeit. Diese gewährleistet, dass alle an der Hilfe Beteiligten aus ihren Fehlern lernen und spätere Nothilfe-Einsätze noch zielgerichteter durchgeführt werden können. Darum investieren wir ein Prozent der Spenden in eine unabhängige Evaluierung der Hilfsmaßnahmen, die enorm zur Qualitätssicherung beiträgt.
Ich hoffe, dieser Einblick in unsere Arbeit war interessant und ich werde mich bemühen, in den nächsten Tagen auch die andere Seite – nämlich die Arbeit der Helfer vor Ort im Katastrophengebiet zu beleuchten.
Liebe Grüße aus dem Aktionsbüro,
Thilo