Das Heinrich-Heine-Viertel südlich der Wallstraße ist ein strukturschwaches Wohngebiet in Berlin mit geringem Gewerbeanteil und einem deutlich wachsenden Anteil an Familien mit Migrationshintergrund. Hier wohnen - noch relativ „unsichtbar“, da auch aus kulturellen Gründen ins häusliche Umfeld zurückgezogen - etliche Bürgerinnen mit Migrationshintergrund und geringer sozialer Vernetzung.
Das NähCafé MOIRA grenzt direkt an das Viertel an, so dass ein niedrigschwelliger Zugang zu einem Beratungsangebot für Mädchen und Frauen mit und ohne Migrationshintergrund ermöglicht wird. Das Projekt richtet sich an ca. 30 Mütter sowie deren Töchter und Kleinkinder des Heinrich-Heine-Viertels. Das Projekt ist bewusst ausschließlich für Frauen und Mädchen konzipiert, um auch kulturell muslimisch-konservativ geprägten Frauen die Teilnahme zu ermöglichen. Regelmäßige Treffen der Frauen und Mädchen außerhalb der Familie bilden den Ausgangspunkt für eine dauerhafte Vernetzung im Kiez.
Das Projekt stellt sechs Nähmaschinen zur Verfügung, welche von zwei Pädagoginnen und näherfahrenen Frauen betreut werden. Hier können Frauen und Mädchen aus dem Kiez den Umgang mit einer elektrischen Nähmaschine erlernen und üben. Sie können mitgebrachte Kleidungsstücke ausbessern oder - gegen eine geringe Unkostenbeteiligung – vorhandene Stoffe für eigene Kreationen aussuchen.
Im Cafébereich können die Frauen sich entspannen, unterhalten, austauschen, beraten lassen. Ein Internetarbeitsplatz mit angeschlossenem Drucker ermöglicht den Müttern und Töchtern unter Anleitung erste Schritte mit dem Computer zu üben. Weitere Orientierungshilfen bilden: Unterstützung bei der Recherche nach Qualifizierungsmöglichkeiten im Internet, Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf erstellen, Vermittlung von Praktika und berufsrelevanten Sprachkursen, Beratung bei der Berufswahl etc.
Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe wird auch die Organisation der Begegnungen Schritt für Schritt in die Hände der Frauen übergeben. Ziel ist es, das Café an weiteren Tagen in der Woche zu öffnen, an denen einzelne Teilnehmerinnen Verantwortung für die Räumlichkeiten tragen.
Durch Zuwendungen der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin konnte das Projekt im Oktober 2011 in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums "Die Oase" starten. Nun zieht das Projekt in das neu gegründete Nachbarschaftszentrum "Dialog 101" in der Köpenicker Straße 101 um. Hier kann eine Vernetzung mit dem "KiezMütter"-Projekt und dem Projekt "SchreibWerk" stattfinden.
Um in den neuen Räumlichkeiten einen Café-Charakter entstehen zu lassen, benötigt das Projekt noch ca. 4 Bistrotische und 16 Bistro-Stühle. Zudem suchen wir nach einem Wickeltisch.
Weiterlesen
Per Widget auf einer anderen Webseite