Seit August 2011 arbeite ich als einer der vom Welthaus Bielefeld e.V. entsendeten Freiwilligen in der Kaffeekooperative „Unión de Ejidos y Comunidades Cafeticultores Beneficio Majomut“ (Unión Majomut) im Hochland von Chiapas, Südmexiko. Die basisdemokratische Kooperative setzt sich aus rund 1000 kaffeeproduzierenden Familien aus 35 indigenen Gemeinden zusammen.
Ziel der Organisation ist eine ganzheitliche Verbesserung der Lebensbedingungen der Kaffeeproduzenten durch die Stärkung ihrer Ernährungssouveränität – dies beinhaltet neben dem Anbau und Vertrieb biologischen Kaffees beispielsweise eine biologische Produktion von Mais, Bohnen und Gemüse sowie Geflügelzucht, weiterhin den Aufbau lokaler und gemeinschaftlicher Kreditprogramme mittels ruraler Mikrobank, sowie die Förderung der Organisation der Frauen zur Produktion von Nahrungsmitteln.
Majomut beteiligte sich maßgeblich an der Etablierung des mexikanischen Fairhandelssystems „Comercio Justo México“ und ist bereits seit 1995 Produktionspartner der GEPA.
100% der Kaffee-Exporte werden derzeit über den Fairen Handel vertrieben, 100% sind bio-zertifiziert.
Meine Aufgabe als weltwaerts-Freiwilliger ist es, die Arbeit der Kooperative mittels Foto- und Videoaufnahmen zu dokumentieren und die Mitarbeiter bei der Kommunikation nach außen zu unterstützen (z.B. Betreuung der Webseite). Ich unterrichte die Mitarbeiter und Mitglieder der Kooperative bei Bedarf in Englisch, damit Kommunikationshürden mit potenziellen Abnehmern überwunden werden können. Auch Schulungen hinsichtlich der Nutzung informationstechnischer Angebote wie dem Internet sollen dazu beitragen, dass die Kooperative einen besseren und direkten Zugang zu wichtigen Marktinformationen erhält.
Im Rahmen des Lern- und Freiwilligendienstes "weltwärts" sendet das Welthaus Bielefeld e.V. junge Menschen (unter anderem) nach Mexiko, wo sie zwölf Monate in Entwicklungsprojekten (im Bildungs- und Gesundheitsbereich, Arbeit mit Kindern sowie Landwirtschaft und Fairer Handel) mitarbeiten.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) unterstützt das Programm durch die Übernahme eines Großteils der Reise- und Aufenthaltskosten. Das Welthaus Bielefeld ist dabei verantwortlich für die Auswahl, Entsendung und Begleitung der Freiwilligen.
Die Freiwilligen sind jedoch aufgefordert, durch Bildung eines Förderkreises zur Finanzierung der nicht durch das Bundesministerium gedeckten Programmkosten beizutragen (die Bundesmittel decken max. 75% der Gesamtkosten). Benötigt werden dabei 150 Euro pro Projektplatz für jeden Monat der Dienstzeit, also 1.800 Euro insgesamt.
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