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Caritas-Bergeinsatz

Ein Hilfsprojekt von: Caritas Schweiz (U. Seifart)

Neuigkeiten: Hier infomiert Dich der Träger über den Stand der Dinge in diesem Projekt. So kannst Du beurteilen, wie mit den Spenden umgegangen wird.

U. Seifart (verantwortlich), verfasst vor fast 2 Jahren

U. Seifart

Helfende Hände willkommen

Bei Bauernfamilie Stauffacher sind dringend helfende Hände gesucht - für Haus, Hof und die 4 Kinder. "Für die nächsten Wochen haben sich noch keine Freiwilligen bei der Familie angemeldet. Vor allem die beiden Mädchen seien enttäuscht, wenn keine Anfragen eingehen". Zum Bergeinsatz-Projekt der Stauffachers gehts hierhin: http://bergeinsatz.ch/de/mein_bergeinsatz/alle_einsaetze/10837

Zum Artikel:

Helfende Hände willkommen Unter dem Stichwort «Bergeinsatz» vermittelt die Caritas freiwillige Helfer an Bauernfamilien. Walter Stauffacher und seine Frau Claudia nutzen das Angebot. Sie bewirtschaften einen Hof in der Bergzone zwei in Mogelsberg-Rotenfluh.

ADI LIPPUNER

Mogelsberg. Vier Kinder haben die Stauffachers – eines davon ist knapp zwei Monate alt und einen Hof mit Milchwirtschaft und Aufzucht: Da sind helfende Hände, auch wenn dies nur vorübergehend ist, hoch willkommen.

Viel Handarbeit

«Vor allem, weil wir über den Sommer sehr viel Arbeit draussen zu erledigen haben, sind wir für Hilfe dankbar», sagt Walter Stauffacher. So könne Ehefrau Claudia bei Bedarf draussen mithelfen – und wer sich die Umgebung auf der Rotenfluh, am Fusse des Wilket anschaut, weiss rasch, dass «helfende Hände» gebraucht werden können.

Steile Hänge verlangen Handarbeit und bei einer Fläche von gut 26 Hektaren sind einige Tage nötig, bis der jeweilige Schnitt trocken unter Dach gebracht ist. Zudem wollen die Milchkühe früh morgens und abends gemolken werden und auch die Hühner (Appenzeller Spitzhauben schwarz) sowie Kälber, Rinder und Katzen brauchen Betreuung.

Einsatz nach Fähigkeit

Für das Ehepaar Stauffacher ist nicht entscheidend, welche Fähigkeiten eine Freiwillige oder ein Freiwilliger mitbringt. «Bei uns gibt es immer etwas zu tun und deshalb können wir die Helfer dort einsetzen, wo sie sich wohl fühlen.» Die beiden letzten Freiwilligen, ein Student und ein in St. Gallen wohnhafter Unternehmensberater, arbeiteten am liebsten draussen.

«Anpacken und abends die Muskeln spüren», war eine der Motivationen für den Einsatz auf dem Bauernhof. Willkommen wären aber auch Mädchen oder junge Frauen, die sich gerne um den knapp zwei Monate alten Damian kümmern, im Haushalt mithelfen und mit der zehnjährigen Patrizia oder der achtjährigen Michaela spielen.

Mädchen hoffen auf Anfragen

Für die nächsten Wochen haben sich noch keine Freiwilligen bei der Familie Stauffacher angemeldet. Vor allem die beiden Mädchen seien enttäuscht, wenn keine Anfragen eingehen. «Ich hätte gerne jemand, der mit mir Federball spielt», sagt Patrizia. Sobald die Ferien vorbei sind, wird für die Kinder wieder der «Ernst des Lebens» beginnen. Konkret heisst dies: Frühmorgens den gut einen Kilometer langen Weg bis zur Abzweigung unter die Füsse zu nehmen.

An der Strecke zwischen Necker und Ebersol holt der Schulbus die Kinder ab. Die einen, so auch der älteste Sohn Walter, der gegenwärtig auf einer Alp mithilft, besuchen die Schule in Brunnadern, Michaela verbringt ihre Schultage in der Heilpädagogischen Schule in Wattwil.

Gute Bewertung

Doch zurück zur Familie: Bei den bisherigen Bewertungen durch Freiwillige werden Stauffachers positiv bewertet. «Die liebevolle, offene und vertrauenserweckende Bauernfamilie macht den Einsatz zu einer wunderbaren und lehrreichen Erfahrung» lautet eine der Bewertungen. Die Details zum Einsatz können unter www.bergeinsatz.ch nachgelesen werden. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich direkt anzumelden.

Stauffachers wohnen seit 2008 in einem neu gebauten, hellen und praktisch eingerichteten Haus. «Helle Räume, viel Platz zum Leben und arbeiten und vor allem, dank der Holzzentralheizung Wärme in allen Räumen sind die Pluspunkte des neuen Daheims», erzählt Walter Stauffacher.

http://www.wilerzeitung.ch/ostschweiz/stgallen/wil/wv-fl/art119832,2628349

 

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U. Seifart (verantwortlich), verfasst vor fast 2 Jahren

U. Seifart

Koa' Zeit für oa Sünd - Ein Deutscher hilft in den Schweizer Bergen

Der Schweiß rinnt in Strömen, jedenfalls bei mir. Bei der Buchli-Familie, der ich dabei helfe, 20 Rinder aus dem Graubündner Touristenort Vals durch den denkbar steilen Bergwald auf die dortige Alp zu treiben, hinterlässt diese Tortur kaum Spuren. Margrit (53), ihr Mann Michal (54) und der 30-jährige Sohn Hanspeter, der designierte Erbe des Buchli-Hofes, sind Derartiges gewohnt.

Mit häufigem Holla und Heja wird die kleine Herde bergan geleitet, wobei für Laien wie mich zu lernen ist, dass auch Kühe schwitzen und außer Atem geraten können. Dennoch bleiben sie geduldig, und der mitgeführte Stecken wird nur benötigt, um durch Klapse die Dauer der Pausen übersichtlich zu halten. Und schließlich - nach fast zwei Stunden auf der dann baumlosen Sommerweide angekommen - werden die Tiere mit saftigem Gras, Kräutern und Blumen, die sie in den nächsten 100 Tagen hier ungestört genießen können, für die Mühe reichlich belohnt.

Fantastisches Panorama

Wir selbst legen freilich auch eine Pause ein, sehen uns satt am phantastischen Panorama der uns umgebenden Alpen-Kulisse und konsumieren genüsslich die "Eingeklemmten", wie im Schweizerdeutsch Klappstullen genannt werden, samt heimischem Apfelsaft.

Der eigentliche Hof der Buchlis steht im 30 Kilometer entfernten Flims, die Valser Sömmerungsweide hat die Gemeinde durch ausgelastete Kapazitäten der eigenen Hochalpweiden hinzukaufen müssen. In Vals weiden die zweieinhalbjährigen Rinder, bevor sie zum Jahresende ihre ersten Kälber gebären und zu Milchkühen herangereift sind. Buchlis ältere Tiere sind schon vorher auf die Flimser Hochweide getrieben worden. Bis zur dortigen Alphütte auf 2 000 Meter Höhe zu gelangen, ist für alle Beteiligten weniger anstrengend, denn die Kühe haben zuvor bereits auf höher gelegenen Weiden gegrast und werden nun - 90 Tiere aus drei Höfen - 100 Tage lang von angestellten Hirten gemolken und betreut. Der Weg hoch zum Cassonsgrat ist also kürzer und kommoder zu bewältigen - sofern es gelingt, dass kein Tier ausbricht, bevor es am Ziel von den wehrenden Elektrozäunen in Schach gehalten wird.

Ich begleite die Bergbauernfamilie als freiwilliger Helfer für vier Wochen, und Kühe zu treiben ist eine jener Tätigkeiten, an denen ich beteiligt bin. Gratis versteht sich, allerdings bei großzüger Kost und bequemer Logis im Wohnhaus der Gastgeber. Vermittelt hat das die Schweizer Caritas, die jeweils Ende März eine lange Liste hilfsbedürftiger Höfe ins Internet stellt, wo man sich informieren und einen Einsatz buchen kann.

Zu arbeiten gibt es auf Höfen wie dem der Buchlis jede Menge, und dies jeden Tag, außer an Sonn- und Feiertagen, aber auch dann kann ein Arbeitseinsatz, wie etwa beim Ernten und Einbringen von Heu, unter Umständen unvermeidlich sein - das Wetter bestimmt die Planung der Arbeit. Ist die Familie in den langen Zeiten der Arbeit mit den Kühen im ortsnahen Stall täglich von fünf Uhr zum ersten Melken an auf den Beinen, beginnt mein Arbeitstag mit dem dann folgenden gemeinsamen Frühstück um sieben Uhr. Schon am Morgen geht's dabei mit Brot, Schinken, Speck und dem wunderbaren Bergkäse herzhaft zu, was bei der körperlichen Beanspruchung aller Beteiligten aber keine figürlichen Probleme nach sich zieht.

Je nachdem, für welche Arbeiten man eingeteilt ist, beschließt dann das "Nachtessen" gegen 19 Uhr den Arbeitstag. Bis dahin haben Helfer, wie ich einer bin, dann zum Beispiel beim Ausmisten des Stalls oder - nach dem Alpauftrieb der Kühe - mit dessen Grundreinigung bis zur Rückkehr der Tiere Ende September zu tun. Aber auch beim Roden von Strauchwerk, das in die Wirtschaftswiesen hineinwächst, Spalten und Hacken von Holz für das winterliche Heizen zum Beispiel ist Hilfe willkommen. Am wichtigsten aber in diesen Juni- und Julitagen ist das Einbringen jenes Heus, mit dem die unersättlichen Wiederkäuer in den Wintermonaten verpflegt werden. Immerhin verzehrt eine ausgewachsene Kuh winters täglich bis zu 20 Kilo Trockenmasse. "Heumachen" vollzieht sich zwar vorrangig per Technik, um aber Verluste geringstmöglich zu halten, ist der Einsatz von langstieligen Harken ebenso erforderlich wie der schwere stählerne Schlepprechen, mit dem auf den zahlreichen Pachtwiesen der Buchlis in den verschiedensten Orts- und Hanglagen möglichst alles aufgegabelt wird, was die Mäh- und Erntetechnik daneben wirft.

Bauernleben in Familie

Geht's den ganzen Tag um Heuernte, kommen landauf und landab dann schon mal einige Kilometer Fußweg zusammen, oft genug auf hügeligem und ansteigendem Gelände. Auch an solchen Tagen bekommt der städtisch ungeübte Körper dann zu spüren, was man geleistet hat.

Das aber tut ebenso gut wie die Möglichkeit, das Bauernleben quasi "in Familie" miterleben zu können. An den Gesprächen der Gastgeber teilzuhaben, ist schon schwieriger, wenn diese immer mal vergessen, dass ein ungeübtes Ohr am Tisch sitzt. . . Beim Schwyzerdeutsch kann man bestenfalls ahnen, worum es geht.

Horst Jakob, Mitteldeutsche Zeitung, http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1313175805570
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