Frühling. Regen fällt auf fruchtbaren Boden. Die Natur blüht auf, die Grundwasser-Reserven werden gefüllt. Ganz normal bei uns in Mitteleuropa. Doch für viele Menschen ist sauberes Trinkwasser purer Luxus - wie in Kenia: Seit Jahren bedroht dort eine dramatische Dürre rund 3,8 Millionen Menschen. Akuter Wassermangel und unzureichende Versorgung mit Nahrungsmitteln sind die dringlichsten Probleme im Lande.
Nur jeder zehnte Einwohner Mwingis hat Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Sanitärversorgung ist mangelhaft. In der Trockenzeit müssen Entfernungen bis zu 20 km zur nächsten Wasserstelle zurückgelegt werden, eine Tortur für Frauen und Kinder, die traditionell für das Wasserholen zuständig sind. Krankheiten durch die Nutzung von verunreinigtem Oberflächenwasser sind an der Tagesordnung.
Viva con Agua unterstützt zusammen mit der Welthungerhilfe Menschen in besonders krisenanfälligen Bezirken bei der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. An erster Stelle stehen die Versorgung mit Wasser und die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse. Die Speicherung des Regenwassers spielt dabei eine wichtige Rolle.
Ein eindrucksvolles Beispiel ist der so genannte "Felsregenfang". Dieses System ist ebenso simpel wie effektiv: Ein hoher und kahler Felsen wird von einer Mauer eingefasst. Bei Regen läuft das Wasser den Stein hinab und sammelt sich in der Einfassung. Durch Rohre und einen Steinfilter fließt es in ein Sammelbecken, das bis zu 300 Kubikmeter Wasser fassen kann. Zum Schluss wird ein Teil des Wassers in große Speichertanks geleitet.
Begleitet werden die Maßnahmen stets von Schulungen zum richtigen Umgang mit Trinkwasser und der Vermeidung von Krankheiten.
Die Mitglieder der Wasserkomitees, die eigens für die Verwaltung des Wassers eingesetzt werden, sorgen für eine gerechte Verteilung und den Erhalt der Wasserstrukturen. Dafür zahlt jeder Nutzer einen kleinen Beitrag - damit das Lebenselixier auch weiterhin fließt!
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