Ziel des Projektes Biogas support for Tanzania „BiogaST” ist die Errichtung von Kleinst-Biogasanlagen zur Bereitstellung von Biogas als Kochenergie, um so langfristig den Lebensstandard der Bevölkerung in Tansania zu verbessern. Erreicht werden soll dies durch nachhaltig gestaltete Hilfe zur Selbsthilfe, d.h. durch Ausbildung lokaler Arbeiter im Bau von Kleinst-Biogasanlagen sowie durch Schulung der Nutzergruppen im täglichen Umgang. Das BiogaST-Projekt des Vereins Ingenieure ohne Grenzen e.V. wird gemeinsam mit der tansanischen Nichtregierungsorganisation MAVUNO Project in der Region Kagera im Nordwesten Tansanias umgesetzt.
AUSGANGSSITUATION & ZIELSETZUNG:
Gekocht wird in Tansania traditionell mit Holz. Das Roden von Bäumen und Sträuchern zum Kochen oder zum Verkauf als Brennholz bzw. Holzkohle hat zu einer größflächigen Abholzung der Waldflächen geführt. Die Auswirkungen sind verheerend, da sich nicht nur die Bodenqualität stark verschlechtert, sondern ein Großteil der Niederschläge durch zunehmende Bodenerosion ungenutzt abfließt. Die Veränderungen der Böden gefährden die Nahrungssicherung gravierend.
Die Verwendung von Biogas zum Kochen macht die Beschaffung von Feuerholz überflüssig, so dass Zeit für andere Arbeiten eingespart wird. Zudem führt der Einsatz von Biogas zur Vermeidung von Atemwegserkrankungen und Augenentzündungen, die durch starke Rauchentwicklung entstehen. Die Nutzung der vergorenen Substrate als Dünger verbessert zudem die Bodenfruchtbarkeit und -qualität. So werden Ressourcen substituiert und Nährstoffe im Kreislauf optimal genutzt.
BISHERIGER PROJEKTVERLAUF:
Nach der Durchführung einer Machbarkeitsstudie in Tansania im Jahr 2008 folgte zunächst eine Entwicklungs- und Forschungsphase in Deutschland. Ziel war die Entwicklung und Erprobung eines an die Gegebenheiten angepassten Typs einer Kleinst-Biogasanlage, der im Vergleich zu herkömmlichen Standardtypen die Vergärung pflanzlicher Substrate ermöglicht. In Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim/Stuttgart wurden zwei Pilotanlagen neuen Typs in Deutschland errichtet und getestet. Nach Abschluss dieser Phase konnte Ingenieure ohne Grenzen e.V. von August bis November 2010 auf dem Gelände der Partnerorganisation MAVUNO Project gemeinsam mit sechs lokalen Arbeitern eine Pilotanlage für Bildung & Forschung errichten. Anfang 2011 fand ein erneuter Aufenthalt im Partnerland statt, der einer ersten ausführlichen Evaluierung der Pilotanlage diente.
WEITERER PROJEKTVERLAUF:
Seit Anfang November 2011 ist ein weiteres Mitglied von Ingenieure ohne Grenzen e.V. vor Ort, um bis Mitte Dezember eine Fachkraft im Biogaslabor und im Betrieb der Pilotanlage für Bildung & Forschung auszubilden. Für das Jahr 2012 ist der Bau weiterer 14 Anlagen bei Familien geplant. Die Biogas-Fachkraft wird an der Weiterentwicklung des Anlagendesigns beteiligt sein und die Betreuung der weiteren Anlagen und Nutzergruppen übernehmen.
Weiterführende Informationen unter www.biogast.org
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