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Weitere Zisternen für Potrero de Olla, Panama

Ein Hilfsprojekt von: Ingenieure ohne Grenzen e.V. (J. Reher)

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100 % finanziert

J. Reher (verantwortlich)

J. Reher
In der kleinen Gemeinde Potrero de Olla im Südwesten Panamas gibt es weder eine Strom-, noch eine Wasserversorgung. Insbesondere das Fehlen von einer lokalen Wasserversorgung hat erhebliche negative Auswirkungen auf die Lebensweise der Dorfbewohner. Sie müssen mehrmals täglich aus weit entfernten Quellen Wasser holen. Diese Arbeit wird größtenteils von Kindern erledigt und zur Regenzeit sind die unbefestigten Wege nur sehr schwer passierbar. Der beschwerliche und zeitaufwendige Prozess des Wasserholens ist ein entscheidendes Hindernis für die persönliche und wirtschaftliche Entfaltung der Bewohner.

Nach einer Erkundung im letzten Jahr, konnten am Anfang des Jahres zwei Mitglieder von Ingenieure ohne Grenzen zusammen mit den Dorfbewohnern Potrero de Ollas erfolgreich zwei Höfe mit Zisternen versorgen.
Die Zisternen dienen der Regenwassernutzung. Das Regenwasser wird auf den Dächern gesammelt und in den Zisternen über die viermonatige Trockenzeit hinweg gespeichert. Durch die angepasste Bauweise war es den Dorfbewohnern möglich, den Bau fast selbstständig durch zu führen. Nachdem nun das grundsätzliche Know-How über den Bau von Zisternen, die die Wasserqualität über lange Zeit hinweg aufrecht erhalten, in das Dorf getragen werden konnte, ist es jetzt den Dorfbewohnern möglich, weitere Zisternen selbst zu bauen.
Es fallen vor Ort zunächst lediglich Materialkosten und Kosten für einen Baumeister an. Da das Dorf vorwiegend von der Subsistenzwirtschaft lebt, können die Familien die Kosten nicht selbst tragen.
Um weiter Höfe mit Wasser zu versorgen, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung!

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Informationen zum Projekt:

Fragen an J. Reher (verantwortlich):

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    T. Haar fragte vor mehr als 2 Jahren

    Wie viel kostet denn der Bau einer Zisterne? Bisher gab es zwei Spendenprojekte. Eines mit 1600 € und eines mit 2600 €. War das jeweils für eine Zisterne?
    Grüße
    Tobias

     

    J. Reher: (Projektverantwortliche) antwortete vor mehr als 2 Jahren

    Vielen Dank für die sehr berechtigte Frage!
    Beide Zahlen sind richtig.
    Bei der Kalkulation des aktuellen Preises kommt uns zugute, dass wir ohne Zeitrdruck, durch die lokale Bevölkerung und mit Hilfe der lokalen kirchlichen Strukturen die Beschaffung und Transport der Materialien betreiben können. Dazu haben wir aktuell ein wesentlich geringeres Währungsrisiko.
    Technisch sind einige Preisoptimierungen möglich geworden, da wir die Materialien und auch die genaue Beschaffenheit des Bodens besser berücksichtigen können als es bei den ersten Zisternen der Fall war.

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    C. Heigert fragte vor mehr als 3 Jahren

    Wieviele weitere Zisternen sind denn geplant? Und benötigen die Dorfbewohner wirklich außer finanzieller Unterstützung keine weitere Hilfe mehr?

     

    J. Reher: (Projektverantwortliche) antwortete vor mehr als 3 Jahren

    Ziel des Projektes ist es natürlich, das Dorf vollständig zu versorgen. Dabei kommen aber nicht nur Zisternen in Frage, einige Häuser haben z.B. kein geeignetes Dach zum Sammeln des Wassers. Andere liegen unterhalb einer Quelle und können direkt per Fallleitung versorgt werden. Es gibt weitere Haushalte, die einfach keine Zisterne haben wollen, wo wir kulturelle Themen vermuten und nicht sicher sind, ob diese Haltung bestehen bleibt. Insgesamt schätzen wir den Gesamtbedarf auf 15-20 Haushalte, die wir über die nächsten Jahre versorgen wollen.

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    S. Horn fragte vor mehr als 3 Jahren

    Wie haben sich die beiden ersten Zisternen bislang in der Praxis bewährt? Haben sich die Erwartungen der Dorfbewohner erfüllt?

     

    J. Reher: (Projektverantwortliche) antwortete vor mehr als 3 Jahren

    Die ersten beiden Zisternen sind in Betrieb und werden genutzt. Aus der Ferne ist es immer etwas schwierig, festzustellen, ob alle zufrieden sind, auch das herauszufinden wird eine Aufgabe der Evaluation sein, die ja am Ende der Trockenzeit ansteht.

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    A. Hackbarth fragte vor mehr als 3 Jahren

    Welche Lebensdauer erwartet ihr von den Zisternen bei den gegebenen Bedingungen? Was passiert danach?

     

    J. Reher: (Projektverantwortliche) antwortete vor mehr als 3 Jahren

    Die Lebensdauer der Zisterne kann in drei Aspekte aufgeteilt werden: der Haltbarkeit der Struktur, der Haltbarkeit der Armaturen und der hygienischen Haltbarkeit der Oberfläche.
    Wir gehen davon aus, die Struktur so ausgelegt zu haben, dass keine Beeinträchtigung in absehbarer Zeit (20a) eintreten sollte. Die Haltbarkeit der Armaturen ist stark von den Nutzungsgewohnheiten abhängig. Die Funktion der Zisterne ist davon aber nicht direkt betroffen.
    Die hygienischen Bedingungen sollten durch eine jährliche gründliche Reinigung aufrecht erhalten werden können. Sollte dies z.B. aufgrund von Fehlbedienung nicht der Fall sein, kann die innere Putzschicht erneuert werden.
    Grundsätzlich haben wir die Zisternen so ausgelegt, dass die Nutzer sie selber reparieren oder sogar komplett nachbauen können. Deshalb gehen wir von einer praktisch unbegrenzten Nutzungsdauer aus. Sollte eine Zisterne einmal überhaupt nicht mehr reparabel sein (z.B. durch Undichtigkeit im Bodenbereich) könnte man immer noch über eine Verwendung als "Septic Tank" also sozusagen einer befestigten Sickergrube nachdenken.

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    L. Westhof fragte vor mehr als 3 Jahren

    Die Zisternen sehen auf dem Bild ziemlich groß aus. Wieviele Menschen kann so eine Zisterne in etwa mit Wasser versorgen?

     

    J. Reher: (Projektverantwortliche) antwortete vor mehr als 3 Jahren

    Die ersten beiden Zisternen hatten 40m³ (d=5m, h=2,7m), was zu dem Zeitpunkt das Maximum war was wir uns mit dem (zur Planungszeit unbekannten) Material und den ebenfalls eher unklaren Fähigkeiten der Dorfbewohner zugetraut hatten. Die jetzt in Arbeit befindlichen Zisternen werden etwas kleiner ausfallen.
    Jede Zisterne versorgt eine Hofgemeinschaft/Familie. Die Größe richtet sich nach den tatsächlich gemessenen Verbräuchen, die in Potrero de Olla pro Person sehr unterschiedlich sein können. Wir scheren also nicht jede Person über den gleichen Kamm sondern versuchen, ungefähr diejenige Menge die bisher mühsam geschleppt wurde als Zielgröße für die Zisterne zu verwenden. Unsere erste Zisterne versorgt die größte Familie im Dorf, 2 Erwachsene, 14 Kinder. Die zweite, gleich große Zisterne versorgt eine kleine Familie, in der mehrere Mitglieder aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation immens viel Wasser verbrauchen ohne es selbst besorgen zu können.

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    F. Lamers fragte vor mehr als 3 Jahren

    Wie stellt man sicher, dass die Zisternen nicht kontaminiert werden, bzw. wie kann man eine kontaminierte Zisterne wieder dekontaminieren?

     

    J. Reher: (Projektverantwortliche) antwortete vor mehr als 3 Jahren

    Es gibt drei Wege, auf denen das Wasser kontaminiert werden könnte:
    i) Durch Luftverschmutzung
    ii) Durch Verunreinigung der Auffangfläche
    iii) Durch Organikeintrag in die Zisterne selber

    i) Luftverschmutzung kann in dem Gebiet weitgehend ausgeschlossen werden. Es gibt weit und breit keine Industrie, die umliegenden Siedlungen sind sehr klein.
    ii) Die Auffangfläche wird täglich gereinigt. Die ersten 100-200l einer jeden Regenphase werden in einem gesonderten Tank aufgefangen und noch am selben Tag zur Bewässerung der Felder oder zum Putzen von Kleidung und Haus verwendet. Erst nach dieser Spülung kommt das restliche Wasser überhaupt in die Zisterne. Dieses Verfahren läuft unter dem Begriff first-flush.
    iii) Die Zisterne ist weitgehend gegen Insekten, Laub und sonstigen Organikeintrag durch die Bauweise geschützt. Neben dem festen Betondach sind alle Öffnungen mit Fliegengittern und Sieben gegen eindringenden Schmutz und Insekten geschützt. Dadurch erreichen wir auch einen effektiven Schutz gegen Malaria und Dengue-Fieber. Die Einlässe sind dazu durch Krümmer gegen direkt einfallendes Sonnenlicht geschützt, so wird es der Mikrobiologie schwer gemacht.

    Alles in allem wird eine Zisterne niemals völlig keimfrei gehalten werden können. Wir erwarten aber mit der beschriebenen Vorgehensweise, nur einmal im Jahr am Ende der Trockenzeit den Tank reinigen zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Zisterne leer und kann leicht gewartet werden.

    Lg Jan Reher

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